Navigation
Inhalt
Bílý Potok
Das Tal des Flusses Smědá (früher Wittige) war dicht besiedelt schon seit 15.und 16. Jhs. Zum Ende des 16. Jhs. Teil der von Lausitz kommenden Ansiedler hatten sich entschieden dortigen Herrn Melchior von Redern darum zu bitten den Waldabschnitt am obersten Teil des Tals Wittige zur Besiedlung zu belassen. Der Herr von Redern erhörte der Bitte und so das Dorf Bílý Potok wurde am 13. Juli 1594 gegründet. Der Name gab dem Dorf Kateřina von Redern gemäss dem im Smědava Berg entspringenden Bach. Fünfzig Jahre nach Entstehung des Dorfs lebten hier 58 Einwohner, ungefär eine Hälfte davon nährten sich von Landwirtschaft, die zweite Hälfte bestand aus den Holzfällern.
Fruchtbarmachung bewaldeter Teile ging der Leute nur sehr langsam and schwer voran. Daneben derer befassten sich die Einwohner mit Waldarbeiten, Sammeln und Verarbeiten von Waldfrüchten, Herstellung verschiedener Holzware und deren Verkauf. Nich leichtes Leben damaliger Einwohner verschlechtern noch die Katastrophen, die im Verlauf der Jahre betrafen die ganze Region. Einmal wurde die Ernte durch trockenes Wetter, ein andermal durch Hochwasser vernichtet, im Zeitraum 1619 - 1622 litten die Leute an Hunger, noch früher wurde die Bevölkerung mit der Pest dezimiert, die hier in den Jahren 1598- 1600 ausbrachte. Im 17. Jh. wurde das ganze Gebiet stark auch vom Dreissigjährigen Krieg befallen. Die durch die Region ziehenden Truppen plünderten und verheerten. Nicht einmal nach Kreigsende ist die erwünschte Ruhe nicht gekommen. Es folgte nämlich eine harte Rekatholization, die viele Einwohner in ganzer Region ihre Heime zu verlassen gezwungen hatte. Es ist gelungen Hunger erst durch Kartoffelbau auszurotten.
Die Einwohner überwanden jedoch allerlei Unbill und es ging ihnen im Zeitverlauf immer besser. Darüber beweist auch der Zuwachs der Einwohneranzahl – im Jahre 1773 lebten hier schon 101 Menschen. Dazu trug sicherlich auch Beheimaten der Baumwollen-, Wollenindustrie und anderen Unternehmens (verbunden mit Beschäftigungsgrad), Fortschritt im Anbau der Landprodukte, Legung der Pfade und Strassen, Aufbau der Eisenbahnlinie usw. bei.. In den Jahren 1774 - 1775 wurde im Dorf von Franz Prager eine Holzkapelle erbaut. An der Jahrhundertswende brachen jedoch in Europa die Napoleonkriege, die das Leben des Dorfs geprägt hatten.
1819 wurde in Bílý Potok erste Schule erbaut. 1838 wurde die Region von eine vernichtende Überschwemmung betroffen, nach der Holzherabflössen abgestellt worden war. Deshalb begannen hier andere Industriezweige durchzusetzen. In den 50er wurde im Dorf eine Spinnerei erbaut, Ende der 60er entwickelte sich hier auch die Glasindustrie, zu Beginn der 70er wurde in Zadní Studánka ein Dampfsägewerk zur Herstellung der Bretter und im folgenden Jahrzehnt eine ausgedehnte Weberei zur Wollenware erbaut , die Wasserkraft ehemaliger Mühle sowie Dampfmaschine benutzt hatte. Diese Industrie- und Unternehmensentwicklung brachte einer Reihe hiesiger Einwohner eine neue Beschäftigung und Unterhaltsquelle.
Bauen neuer Fabriken setzte auch in folgenden Jahren fort. Die Getreidenmühle ist somit zur Fabrik zur Herstellung der Baumwolle geworden, andere Mühle wird in Spinnerei, andere zwei Mühlen zur Herstellung der Bretter, zusammen mit Holzspänenmühle, werden zur Baumwollenzupferei umgesetzt. In Baumwollenzupferei wurden auch drei Glasschleifereien umgesetzt, die vierte Schleiferei wurde zuerst in Papiermühle und später auch in Zupferei mit einem Teil der Glasschleiferei umgesetzt. In der Hälfte des 19. Jhs. gab es hier schon 277 Häuser mit 1800 Einwohnern, die seit 1848 nicht mehr mit Robot geplagt wurden und 1850 die Dörfer sind zu selbständigen Verwaltungseinheiten geworden. 1858 und 30 Jahre später wurde das Dorf wieder mit vernichtenden Überschwemmungen betroffen, nicht einmal diese Ereignisse konnten jedoch die Entwicklung von Bílý Potok einstellen. 1881 wurde im Dorf eine neue Schule erbaut, die 11 Jahre später auf eine 4-Klassenschule erweitert wurde. Wegen ungenügender Kapazität der Schule musste jedoch eine Klasse in der alten Schule errichtet werden. An der Stelle der Holzkapelle wurde vom Dorf und mit freiwilligen Beiträgen der Bürger in den Jahren 1888 bis1890 eine Kirche erbaut. Sie wurde am 28. September 1890 eingeweiht. 3 Jahre später wurde im Dorf eine, schon früher bestehende, Feuerwehrkammer mit einer Aufsichtsstelle neu erbaut. In der zweiten Hälfte des 19. Jhs. wurde auch ein Friedhof errichtet und dank der Beiträge der Dorfsbürger wurde 1893 - 1895 die Strasse von Zadní Studánka nach Smědava aufgebaut. Derzeit wurden auch alle jetzigen Brücken erbaut.
An der Wende des 19. und 20. Jhs. erreichte die Einwohneranzahl von Bílý Potok ihr Maximum. Zu dieser Zeit hatte das Dorf 410 Häuser mit ca 2340 Einwohnern. Davon praktisch alle waren deutscher Nationalität. Zustand der Wirtschaftstiere ist in Bílý Potok zum jahre 1890 auch erwähnenswert – es gab hier 68 Pferde, 268 St. Rindvieh, 307 Ziegen, 33 Schweine und 16 Bienenvölker. Im Dorf gab es einen Gendarmerieposten, ein Postamt und eine Eisenbahnhaltestelle, desweiteren 4 Mischwarengeschäfte, Autowerkstatt, Drogerie, Geflügelgeschäft, Kino, Kolonialgeschäft, Konditorei,, Krämerei, Spielwarengeschäft, Schnittwarenhandlung, eine Mühle, 5 Sägewerke, 17 Gasthäuser und Verkauf der Zeitschriften. Sein Gewerbe betrieben in Bílý Potok folgende Gewerbsleute: 4 Bäcker, 3 Butterhersteller, ein Dachdecker, 14 Dreher, ein Fassbinder, 3 Fleischer, 4 Spediteure, 2 Friseure, ein Gärtner, ein Gerber, ein Gemüsegärtner, ein Hausierer, eine Hebamme, 9 Holzhändler, 5 Holzwarenhersteller, ein Lackierer, ein Messerschmied, ein Sattler, ein Schlosser, 2 Schmiede, ein Schneider, 4 Schuhmacher, 2 Trafikanten, 3 Tischler und ein Wagner. Das Dorf lebte ruhig, was grosse Entwicklung gesellschaftlichen und kulturellen Lebens beweist – Ende 19. Jhs. waren im Dorf freiwillige Feuerwehrmänner tätig, desweiteren gab es hier einen Veteranenverein, einen deutschen Turnverein, einen Arbeiter-Turnverein, Sängerverein, Fahrrad- und Bienenverein.
1900 wurde örtliche Eisenbahn von Hejnice nach Bílý Potok in Betrieb gesetzt, die sich an die Linie von Liberec anbindet. Der gleichen Zeit kommt auch erste Erwähnung über die „Wunderwasserquelle“ an der Stelle heutiger Sauerbrunnenquelle hinter der Pension Krakonoš. 6 Jahre später wurde die Gemeindebehörde ins dortigen Schulgebäude umgezogen. 1913 bagann der Aufbau der Strasse von Smědava durch Bílý Potok nach Hejnice und Raspenava. Prosperität und Ruhe wurde jedoch vom Ersten Weltkrieg im Jahre 1914 beendet. Die Leute litten an Mangel, die Lebensmittel und andere, früher üblich erreichbare Ware, wurden nur gegen Lebensmittelkarten ausgegeben, verschiedene Naturalien wurden zum Bedarf der Armee abgeführt, ebenso wie die Pferde. Noch dazu hiesige Männer gingen weg zur Front und Nachrichten über die ersten Gefallenen liessen auf sich nicht lange warten. Situation mit Verpflegung wurde mit folgenden Monaten schlimer und schlimer, die Leute hatten schon so manches Mal Hunger erkannt, im Winter litten sie noch an Heizmittelmangel und somit an Kälte … Das Jahr 1918 und Kriegsende war eine wirkliche Befreiung für alle. Nicht einmal nach dem Krieg hörten jedoch nicht alle Probleme auf. Die Schwierigkeiten mit Verpflegung zogen sich noch noch viele Monate, nach Proklamation selbständiger Tschechoslowakei tauchte noch ein neues problem auf - Nationalitätsproblem. Die Mehrheit deutscher Einwohner in den Grenzgebieten waren nämlich mit der Entstehung der Tschechoslowakei nicht einverstanden und im November 1918 wurde darüber hinaus ein autonomes Gebiet Deutsch – Böhmen illegal verlautbart, das die tschechoslowakische Regierung boykottierte. Die Situation hatte erst Ankunft der Tschechoslowakischen Armee auflösen müssen.
Das Leben kam langsam aber sicher wieder ins alte Geleise. Zu Beginn der 20er begannen die Industrie und Unternehmen wieder zu wachsen, z.B. im Jahre 1920 entstand das Unternehmen Rudolf Klamt – Holzindustrie und Sägewerk, die vielen Menschen Arbeit gegeben hatte. Zum Jahre 1921 lebten im Dorf 1875 Einwohner. In der Zeit der Ersten Republik gehörte zum Dorf auch die Ortschaft Jizerka. Die 30er brachten die Weltwirtschaftskrise, von der hiesiges Leben beträchtlich geprägt wurde. Zu alledem im benachbarten Deutschland geriet Hitler zur Macht und die Spannung in Böhmen nahm immer zu. Nach dem Münchner Verrat waren die Sudeten von der deutschen Armee annektiert und Anfang des Zweiten Weltkrieges liess auf sich nicht lange warten. Dieser Krieg verlief hier ähnlich wie der vorhergehende – überall Angst, Not und Mangel. Kriegsende brachte erst Mai 1945. Nach dem Krieg folgte die Aussiedlung der deutschen Bevölkerung, mit Ausnahme der Antifaschisten. Dadurch wurde Bílý Potok beträchtlich ausgesiedelt und ein grosser Rückgang der Bevölkerungsanzahl konnte nicht einmal durch Ankuft neuer Ansiedler aus Innenland nachbeglichen werden. Zum 1947 lebten also im Dorf nur 827 Einwohner.
Bílý potok erholte sich langsam von Kriegsleiden. Es begannen wieder neue Unternehmen zur Geltung zu kommen, die der Leute nötige Arbeit gaben. Z.B. die Fabrik Florian Krause – Sohn zur Herstellung der Kunstbaumwolle beschäftigten zu dieser Zeit 20 Arbeiter, leitendes Unternehmen zur Holzbearbeitung waren nach dem Krieg die Firmen Rudolf Klamt und František Rohn, die ein Paar Zehner Einwohner beschäftigten. In den 50er verlief Bauen und Entwicklung im Dorf, bis 1970 stieg die Bevölkerungsanzahl sogar mässig auf 945 an, zu dieser Zeit gab es hier 244 Häuser. Bis 1991 sank diese Anzahl wieder bis auf 597, auch die Anzahl der Häuser sank auf 183. Seit 1992 her fungiert im Dorf nach 10 Jahren wieder die Gemeindebehörde.
Bílý Potok ist heute ein ruhig lebendes Dorf, das vor sich sicher eine glänzende Zukunft hat. Durch seine geographische Lage ist es vorbestimmt gesuchter Ort zur Winter- sowie Sommererholung zu werden – das ganze Jahr stehen den Touristen markierte Touristenstrecken zu Wanderung und Ausflügen über die Gebirgskämme zur Verfügung, auch Naturliebhaber finden hier genug Vergnügen, im Winter lassen sich Schilaufmagistralen zu den wunderschönen Touren ausnutzen.
Bibliographie: Vaňková, I. Slavnostní spis 400 let založení obce Bílý Potok. Bílý Potok 1994
Das Tal des Flusses Smědá (früher Wittige) war dicht besiedelt schon seit 15.und 16. Jhs. Zum Ende des 16. Jhs. Teil der von Lausitz kommenden Ansiedler hatten sich entschieden dortigen Herrn Melchior von Redern darum zu bitten den Waldabschnitt am obersten Teil des Tals Wittige zur Besiedlung zu belassen. Der Herr von Redern erhörte der Bitte und so das Dorf Bílý Potok wurde am 13. Juli 1594 gegründet. Der Name gab dem Dorf Kateřina von Redern gemäss dem im Smědava Berg entspringenden Bach. Fünfzig Jahre nach Entstehung des Dorfs lebten hier 58 Einwohner, ungefär eine Hälfte davon nährten sich von Landwirtschaft, die zweite Hälfte bestand aus den Holzfällern.
Fruchtbarmachung bewaldeter Teile ging der Leute nur sehr langsam and schwer voran. Daneben derer befassten sich die Einwohner mit Waldarbeiten, Sammeln und Verarbeiten von Waldfrüchten, Herstellung verschiedener Holzware und deren Verkauf. Nich leichtes Leben damaliger Einwohner verschlechtern noch die Katastrophen, die im Verlauf der Jahre betrafen die ganze Region. Einmal wurde die Ernte durch trockenes Wetter, ein andermal durch Hochwasser vernichtet, im Zeitraum 1619 - 1622 litten die Leute an Hunger, noch früher wurde die Bevölkerung mit der Pest dezimiert, die hier in den Jahren 1598- 1600 ausbrachte. Im 17. Jh. wurde das ganze Gebiet stark auch vom Dreissigjährigen Krieg befallen. Die durch die Region ziehenden Truppen plünderten und verheerten. Nicht einmal nach Kreigsende ist die erwünschte Ruhe nicht gekommen. Es folgte nämlich eine harte Rekatholization, die viele Einwohner in ganzer Region ihre Heime zu verlassen gezwungen hatte. Es ist gelungen Hunger erst durch Kartoffelbau auszurotten.
Die Einwohner überwanden jedoch allerlei Unbill und es ging ihnen im Zeitverlauf immer besser. Darüber beweist auch der Zuwachs der Einwohneranzahl – im Jahre 1773 lebten hier schon 101 Menschen. Dazu trug sicherlich auch Beheimaten der Baumwollen-, Wollenindustrie und anderen Unternehmens (verbunden mit Beschäftigungsgrad), Fortschritt im Anbau der Landprodukte, Legung der Pfade und Strassen, Aufbau der Eisenbahnlinie usw. bei.. In den Jahren 1774 - 1775 wurde im Dorf von Franz Prager eine Holzkapelle erbaut. An der Jahrhundertswende brachen jedoch in Europa die Napoleonkriege, die das Leben des Dorfs geprägt hatten.
1819 wurde in Bílý Potok erste Schule erbaut. 1838 wurde die Region von eine vernichtende Überschwemmung betroffen, nach der Holzherabflössen abgestellt worden war. Deshalb begannen hier andere Industriezweige durchzusetzen. In den 50er wurde im Dorf eine Spinnerei erbaut, Ende der 60er entwickelte sich hier auch die Glasindustrie, zu Beginn der 70er wurde in Zadní Studánka ein Dampfsägewerk zur Herstellung der Bretter und im folgenden Jahrzehnt eine ausgedehnte Weberei zur Wollenware erbaut , die Wasserkraft ehemaliger Mühle sowie Dampfmaschine benutzt hatte. Diese Industrie- und Unternehmensentwicklung brachte einer Reihe hiesiger Einwohner eine neue Beschäftigung und Unterhaltsquelle.
Bauen neuer Fabriken setzte auch in folgenden Jahren fort. Die Getreidenmühle ist somit zur Fabrik zur Herstellung der Baumwolle geworden, andere Mühle wird in Spinnerei, andere zwei Mühlen zur Herstellung der Bretter, zusammen mit Holzspänenmühle, werden zur Baumwollenzupferei umgesetzt. In Baumwollenzupferei wurden auch drei Glasschleifereien umgesetzt, die vierte Schleiferei wurde zuerst in Papiermühle und später auch in Zupferei mit einem Teil der Glasschleiferei umgesetzt. In der Hälfte des 19. Jhs. gab es hier schon 277 Häuser mit 1800 Einwohnern, die seit 1848 nicht mehr mit Robot geplagt wurden und 1850 die Dörfer sind zu selbständigen Verwaltungseinheiten geworden. 1858 und 30 Jahre später wurde das Dorf wieder mit vernichtenden Überschwemmungen betroffen, nicht einmal diese Ereignisse konnten jedoch die Entwicklung von Bílý Potok einstellen. 1881 wurde im Dorf eine neue Schule erbaut, die 11 Jahre später auf eine 4-Klassenschule erweitert wurde. Wegen ungenügender Kapazität der Schule musste jedoch eine Klasse in der alten Schule errichtet werden. An der Stelle der Holzkapelle wurde vom Dorf und mit freiwilligen Beiträgen der Bürger in den Jahren 1888 bis1890 eine Kirche erbaut. Sie wurde am 28. September 1890 eingeweiht. 3 Jahre später wurde im Dorf eine, schon früher bestehende, Feuerwehrkammer mit einer Aufsichtsstelle neu erbaut. In der zweiten Hälfte des 19. Jhs. wurde auch ein Friedhof errichtet und dank der Beiträge der Dorfsbürger wurde 1893 - 1895 die Strasse von Zadní Studánka nach Smědava aufgebaut. Derzeit wurden auch alle jetzigen Brücken erbaut.
An der Wende des 19. und 20. Jhs. erreichte die Einwohneranzahl von Bílý Potok ihr Maximum. Zu dieser Zeit hatte das Dorf 410 Häuser mit ca 2340 Einwohnern. Davon praktisch alle waren deutscher Nationalität. Zustand der Wirtschaftstiere ist in Bílý Potok zum jahre 1890 auch erwähnenswert – es gab hier 68 Pferde, 268 St. Rindvieh, 307 Ziegen, 33 Schweine und 16 Bienenvölker. Im Dorf gab es einen Gendarmerieposten, ein Postamt und eine Eisenbahnhaltestelle, desweiteren 4 Mischwarengeschäfte, Autowerkstatt, Drogerie, Geflügelgeschäft, Kino, Kolonialgeschäft, Konditorei,, Krämerei, Spielwarengeschäft, Schnittwarenhandlung, eine Mühle, 5 Sägewerke, 17 Gasthäuser und Verkauf der Zeitschriften. Sein Gewerbe betrieben in Bílý Potok folgende Gewerbsleute: 4 Bäcker, 3 Butterhersteller, ein Dachdecker, 14 Dreher, ein Fassbinder, 3 Fleischer, 4 Spediteure, 2 Friseure, ein Gärtner, ein Gerber, ein Gemüsegärtner, ein Hausierer, eine Hebamme, 9 Holzhändler, 5 Holzwarenhersteller, ein Lackierer, ein Messerschmied, ein Sattler, ein Schlosser, 2 Schmiede, ein Schneider, 4 Schuhmacher, 2 Trafikanten, 3 Tischler und ein Wagner. Das Dorf lebte ruhig, was grosse Entwicklung gesellschaftlichen und kulturellen Lebens beweist – Ende 19. Jhs. waren im Dorf freiwillige Feuerwehrmänner tätig, desweiteren gab es hier einen Veteranenverein, einen deutschen Turnverein, einen Arbeiter-Turnverein, Sängerverein, Fahrrad- und Bienenverein.
1900 wurde örtliche Eisenbahn von Hejnice nach Bílý Potok in Betrieb gesetzt, die sich an die Linie von Liberec anbindet. Der gleichen Zeit kommt auch erste Erwähnung über die „Wunderwasserquelle“ an der Stelle heutiger Sauerbrunnenquelle hinter der Pension Krakonoš. 6 Jahre später wurde die Gemeindebehörde ins dortigen Schulgebäude umgezogen. 1913 bagann der Aufbau der Strasse von Smědava durch Bílý Potok nach Hejnice und Raspenava. Prosperität und Ruhe wurde jedoch vom Ersten Weltkrieg im Jahre 1914 beendet. Die Leute litten an Mangel, die Lebensmittel und andere, früher üblich erreichbare Ware, wurden nur gegen Lebensmittelkarten ausgegeben, verschiedene Naturalien wurden zum Bedarf der Armee abgeführt, ebenso wie die Pferde. Noch dazu hiesige Männer gingen weg zur Front und Nachrichten über die ersten Gefallenen liessen auf sich nicht lange warten. Situation mit Verpflegung wurde mit folgenden Monaten schlimer und schlimer, die Leute hatten schon so manches Mal Hunger erkannt, im Winter litten sie noch an Heizmittelmangel und somit an Kälte … Das Jahr 1918 und Kriegsende war eine wirkliche Befreiung für alle. Nicht einmal nach dem Krieg hörten jedoch nicht alle Probleme auf. Die Schwierigkeiten mit Verpflegung zogen sich noch noch viele Monate, nach Proklamation selbständiger Tschechoslowakei tauchte noch ein neues problem auf - Nationalitätsproblem. Die Mehrheit deutscher Einwohner in den Grenzgebieten waren nämlich mit der Entstehung der Tschechoslowakei nicht einverstanden und im November 1918 wurde darüber hinaus ein autonomes Gebiet Deutsch – Böhmen illegal verlautbart, das die tschechoslowakische Regierung boykottierte. Die Situation hatte erst Ankunft der Tschechoslowakischen Armee auflösen müssen.
Das Leben kam langsam aber sicher wieder ins alte Geleise. Zu Beginn der 20er begannen die Industrie und Unternehmen wieder zu wachsen, z.B. im Jahre 1920 entstand das Unternehmen Rudolf Klamt – Holzindustrie und Sägewerk, die vielen Menschen Arbeit gegeben hatte. Zum Jahre 1921 lebten im Dorf 1875 Einwohner. In der Zeit der Ersten Republik gehörte zum Dorf auch die Ortschaft Jizerka. Die 30er brachten die Weltwirtschaftskrise, von der hiesiges Leben beträchtlich geprägt wurde. Zu alledem im benachbarten Deutschland geriet Hitler zur Macht und die Spannung in Böhmen nahm immer zu. Nach dem Münchner Verrat waren die Sudeten von der deutschen Armee annektiert und Anfang des Zweiten Weltkrieges liess auf sich nicht lange warten. Dieser Krieg verlief hier ähnlich wie der vorhergehende – überall Angst, Not und Mangel. Kriegsende brachte erst Mai 1945. Nach dem Krieg folgte die Aussiedlung der deutschen Bevölkerung, mit Ausnahme der Antifaschisten. Dadurch wurde Bílý Potok beträchtlich ausgesiedelt und ein grosser Rückgang der Bevölkerungsanzahl konnte nicht einmal durch Ankuft neuer Ansiedler aus Innenland nachbeglichen werden. Zum 1947 lebten also im Dorf nur 827 Einwohner.
Bílý potok erholte sich langsam von Kriegsleiden. Es begannen wieder neue Unternehmen zur Geltung zu kommen, die der Leute nötige Arbeit gaben. Z.B. die Fabrik Florian Krause – Sohn zur Herstellung der Kunstbaumwolle beschäftigten zu dieser Zeit 20 Arbeiter, leitendes Unternehmen zur Holzbearbeitung waren nach dem Krieg die Firmen Rudolf Klamt und František Rohn, die ein Paar Zehner Einwohner beschäftigten. In den 50er verlief Bauen und Entwicklung im Dorf, bis 1970 stieg die Bevölkerungsanzahl sogar mässig auf 945 an, zu dieser Zeit gab es hier 244 Häuser. Bis 1991 sank diese Anzahl wieder bis auf 597, auch die Anzahl der Häuser sank auf 183. Seit 1992 her fungiert im Dorf nach 10 Jahren wieder die Gemeindebehörde.
Bílý Potok ist heute ein ruhig lebendes Dorf, das vor sich sicher eine glänzende Zukunft hat. Durch seine geographische Lage ist es vorbestimmt gesuchter Ort zur Winter- sowie Sommererholung zu werden – das ganze Jahr stehen den Touristen markierte Touristenstrecken zu Wanderung und Ausflügen über die Gebirgskämme zur Verfügung, auch Naturliebhaber finden hier genug Vergnügen, im Winter lassen sich Schilaufmagistralen zu den wunderschönen Touren ausnutzen.
Bibliographie: Vaňková, I. Slavnostní spis 400 let založení obce Bílý Potok. Bílý Potok 1994





